Werner Geißer


Leere Kassen

In der Jugend waren sie bereit, zu sparen für die Alterszeit.
Kein Handy, Fernseher, kein McDonald, statt Kino, gab es Arbeit halt.

Es war die halbe Welt zerstört, auf das, was sie wollten, wurde nicht gehört.
Viel Arbeit gab es und wenig Brot, sie mussten sparen in der Not.
An Urlaub, Freizeit, etwas schenken, an Auslandsreisen, nicht zu denken.
Neben der Arbeit, den ganzen Tag, nach 8 bis10 Stunden, fing an die Plag.

Holz zu sammeln in dem Wald, die langen Winter waren bitter kalt.
Auf das Feld die Ähren lesen, als sei gar nichts dabei gewesen.
Kartoffeln stoppeln, auf den Feldern, Pilze sammeln in den Wäldern.
Alles musste man damals tun, keine Zeit um auszuruhen.

Eckern sammeln im Buchenwald, zu sorgen für den Lebensunterhalt.
Das mussten damals, die ganz Jungen, genau so wie die Alten,
sie wussten, um zu überleben, mussten sie zusammen halten.
Der Wiederaufbau hatte begonnen, Hab und Gut, es war zerronnen.

Die Ärmel hochgekrempelt, wo man nur konnt’, das halbe Land, es war zerbombt.
Sie hatten nichts, nur die Geduld, wer gab denn nur, den Hinterbliebenen,
die Kriegsschuld? Sie durften bis heute, immer nur zahlen, ganz gleich, ob vor oder nach den Wahlen. Notopfer Berlin, Grenzausgleich, Solidaritätsabgaben, sie zahlten, sie zahlen!

So viele konnten sich daran laben, nur die Rentner und Kranken, nichts davon haben. Geplündert wurden die Renten- und die Krankenkassen, nur das Notwendigste wurde darinnen gelassen. Alles wird besser, klang es vor den Wahlen, doch die Rentner und Kranken müssen, danach wieder zahlen. Es wird manches beschlossen, wo man vorher schon sagen kann, dass das was sie wollen, so, auf die Dauer, nicht funktionieren kann.

Von den Rentenkassen wurden Gelder entnommen, für vieles, manchmal gar große Summen, deshalb sind doch die Rentner, wieder einmal, die zahlenden Dummen. Wer hat denn mit dem Arbeitsamt und mit der Maut, dem Steuerzahler, die Millionen geklaut. Es ist doch nicht zu fassen auch Krankenkassen mussten ihre voraus Berechnungen nachrechnen und berichtigen lassen.
Die Abgeordneten und die Minister ziehen doch alle Register, egal was sie tun ob falsch oder richtig, ihre Entlohnung ist immer gewichtig.
(Siehe Herr Fl. Gerster, er hat mit 55 Jahren,
Anspruch auf 8000 € Pension im Monat.)

Von den Rentnern kann man’s ja nehmen, die haben lange gespart und haben Geld genug, die sollen doch zusehen wie sie ihn wieder füllen, ihren leeren Krug.
Sie müssen immer wieder, nur zahlen. Merkt es euch, es kommen bestimmt, wieder die Wahlen.

Wenn man bedenkt, wie viele Millionen Euro von mancher Verwaltung, Jahr für Jahr zum Fenster rausgeschmissen wird, könnte man, sofern man noch welche hat, sich die Haare ausreißen.

Doch seht euch vor, so geht es nicht!
„Der Krug geht nur solange zum Brunnen, bis er zerbricht“


© by Werner Geißer, Weiterstadt
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