Christa Lischka


Das Geburtstags-Handy

In früheren Jahren träumten die Teenager - wenn auch nicht gleich vom Märchenprinzen - so doch von den schicken Schuhen oder vom tollen Bikini. Heute träumen sie - na wovon wohl? - vom Handy!! Auch unsere Tochter Anna war überzeugt ein Handy haben zu m ü s s e n.

Wir versuchten ständig es ihr auszureden, da zu teuer und auch unnütz. Traurig brummend ging Anna nach solchen Aussprachen in ihr Zimmer und war gram der ganzen Welt, angefangen bei den Eltern, die partout nichts verstanden.

Es kam ihr Geburtstag. - Was schenken? - Schlußendlich haben wir Eltern uns doch besonnen, den Lieblingswunsch unserer Tochter zu erfüllen, aber so einfach wollten wir es ihr nicht machen. Am Geburtstagsmorgen stand die ganze Familie da: Vater mit Blumenstrauß, Mutter mit einer Torte und Geburtstagslichten, die kleine Schwester mit einem Diddle und nun begann die "Tour der Freude".
Strahlend kam unser Geburtstagskind ins Zimmer, sah das kleine Päckchen und hoffte auf die Erfüllung ihres Wunsches. Jedoch was war das? Socken im Dreierpack. Die Enttäuschung war ihr anzusehen, Sie schaute uns an, dann das aufgerissene Päckchen mit den unwiderstehlichen Socken. Sie nahm eine heraus, steckt sie wieder zurück, nahm die nächste, steckte sie wieder enttäuscht zurück, sagte schmerzlich verzerrt: "Danke". Na, so viel Gram konnten die Eltern nicht aushalten und meinten, sie solle doch einmal ordentlich nachsehen, was in so einem Strumpf versteckt sei. Und da fand sie es, das langersehnte Handy. Die Reaktion? Sie stampfte mit dem Fuß auf und weinte vor Freude und Entsetzen über diese mießen Eltern, die sie so an der Nase herumgeführt hatten.

Wir denken, Anna wird in späteren Jahren, wenn auch sie vielleicht vor einem Kindergeburtstag in ihrer eigenen Familie steht, an diese "Überraschung" denken und nicht mehr weinen.

© by Christa Lischka

zurück zur Auswahl  |  zurück zur Autoren-Auswahl