Christa Lischka


Folgendes Mißgeschick eines
"Bade(b)engels"
und ist tatsächlich geschehen:


Ein Mensch, der sitzt oft - ganz allein -
in seinem stillen Kämmerlein.
Er hadert mit der Politik,
sieht überall nur Mißgeschick
und wartet nach der Dunkelheit
auf Sonnenschein und Fröhlichkeit . . .

Was heißt schon "Mißgeschick" und Qual -
d a s Mißgeschick ist minimal,
denkt man an das, was ihm geschehn,
dann läßt man alles andre stehn . . .

Der Mensch saß brav in seiner Wanne,
im Badeofen kracht die Tanne
vom letzten Heilig-Abend-Feste
(wo alles friedlich war gewest . . .)

Nun also, er saß brav und froh
im Badewasser comme-il-faut . . .
Da kracht es an der Wohnungstür,
der Mensch macht grade seine Kür
mit Schwamm und Seife als Pirouette,
da klingelte es um die Wette,
man polterte, man rief und schrie,
viel lauter als im Stall das Vieh -
oh welch ein Schreck und ei der Daus,
der Mensch schaut plötzlich bläßlich aus,
denn in dem Raum da standen frei,
vier, fünf, sechs Mann der Polizei!
Der Mensch der dacht 'es wär ' ne Panne,
nein, nein, sie standen um die Wanne
und fragten, ob er gut in Form,
der Rauch im Schornstein sei enorm,
man glaubt' hier sei ein Zimmerbrand,
der Mensch, der brüllte: "allerhand",
er hat sein Bäumchen nur verbrannt,
gleich kommt die Feuerwehr gerannt.

Die Polizei schlich sich von dannen,
im Ofen krachten leis'die Tannen,
der Mensch konnt' nun - von Kopf bis Fuß -
sich selig waschen, welch Genuß!
Ganz ohne Aufsicht und Malheur,
jaja, das Leben ist oft schwer . . .

© by Christa Lischka, Neumarkt

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