Christa Lischka


Gedanken zu den Reform-Problemen der Gegenwart.

Vor kurzem war ich - zwar unfreiwillig aber interessierter -Zuhörer am Nebentisch einer Runde „Stammtischfreunde" so nennt man doch wohl die Zusammenkunft mehrschichtiger Bevölkerungsgruppen an einem Tisch im Wirtshaus.

Thema: die Gesundheitsreform.
Ich höre und staune; ein älterer Herr, Landwirt oder Handwerker, meinte im Brustton der Überzeugung: „Ich habe jahrelang in meine Krankenkasse eingezahlt, nun soll sie mir all das zahlen, was ich gesundheitlich benötige. Aber was ist? Ich muß plötzlich in der Apotheke und beim Arzt dies und das und jenes bezahlen, was früher ganz selbstverständlich durch die Kasse übernommen wurde. Kann mir einer am Tisch hier erklären, wie diese Zuzahlungen zustande kommen?"

Ein bislang stiller Teilnehmer hob ein wenig verschämt den Finger und meinte, so könne man die augenblickliche Situation nun wirklich nicht sehen. Man bedenke doch: unser groß gewordenes Deutschland, unser - wie heißt es so schön - „Einwanderungsland" - unser langes - oft auch gesundes - Leben im Gegensatz zu früheren Generationen! Und warum so lange? Weil die Pharmaindustrie entsprechende Pillen, Tabletten, Tropfen etw. produziert, die es eben früher nicht gab, die aber teuer in der Herstellung sind. Naja meine Herren, von nichts kommt nichts! Ich kenne z.B. einen Fall, ein Mittfünfziger mit einer schlimmen Krankheit kann nur noch leben mit Tabletten, die 2 5OO Euro monatlich kosten. So ist der Stand der Dinge, und morgen können S i e diese medizinische Zuwendung brauchen und erwarten Hilfe vom „sozialen Netz" aber die Spannweite des Netzes ist beschränkt, also müssen wir alle mehr in diese Kasse einzahlen.

Klaro? –

Auch die Ärzte sind gebunden an Auflagen ihres „Arbeitgebers" der Krankenkasse. Sie müssen für dies und jenes Geld vom Patienten fordern, Geld, das früher -zu anderen Zeiten - die Krankenkasse zahlte, Spielt der Arzt hier den hilfreichen Samariter und zahlt aus der eigenen Kasse, wird er für dieses Handeln von der Kasse „bestraft". So ist das halt, die Einen fordern eine selbstverständliche Hilfe wie vor 5o Jahren, die Anderen haben erkannt, daß diese Hilfe einfach nicht mehr zur Verfugung steht und daß sie selbst für ihre Gesundheit hin und wieder zahlen müssen, so wie vorsorglich für ihre Rente, so wie für ihre Zukunft im Beruf, so wie für ihr Auto etc.,..

Es war interessant, das Echo unter den Stammtischfreunden zu beobachten. Der erste Sprecher war sehr ruhig geworden, zahlte und ging. Ob er auf dem Heimweg seine Überlegungen zum Thema Gesundheitsreform revidiert? Die anderen Freunde stimmten dem „Erklärer" nachdenklich zu, hoben gegenseitig ihr Bierglas hoch und meinten, „sooo haben wir manches noch nicht bedacht"

Naja, aber so ist es nun einmal und nicht mehr zu ändern - ändern müssen wir unser Denken und Handeln - und das nicht nur bei der Gesundheitsreform.

Also, Freunde, nichtständig „mosern", sondern die Gründe für dies und das klar erkenne. Ich glaube, auch das ist Bürgerpflicht!

© by Christa Lischka

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