Gedanken zu den Reform-Problemen der Gegenwart.
Vor kurzem war ich - zwar unfreiwillig aber interessierter -Zuhörer am
Nebentisch einer Runde „Stammtischfreunde" so nennt man doch wohl die
Zusammenkunft mehrschichtiger Bevölkerungsgruppen an einem Tisch im Wirtshaus.
Thema: die Gesundheitsreform.
Ich höre und staune; ein älterer
Herr, Landwirt oder Handwerker, meinte im Brustton der Überzeugung: „Ich habe
jahrelang in meine Krankenkasse eingezahlt, nun soll sie mir all das zahlen,
was ich gesundheitlich benötige. Aber was ist? Ich muß plötzlich in der
Apotheke und beim Arzt dies und das und jenes bezahlen, was früher ganz
selbstverständlich durch die Kasse übernommen wurde. Kann mir einer am Tisch
hier erklären, wie diese Zuzahlungen zustande kommen?"
Ein bislang stiller Teilnehmer hob
ein wenig verschämt den Finger und meinte, so könne man die augenblickliche Situation
nun wirklich nicht sehen. Man bedenke doch: unser groß gewordenes Deutschland,
unser - wie heißt es so schön - „Einwanderungsland" - unser langes - oft
auch gesundes - Leben im Gegensatz zu früheren Generationen! Und warum so
lange? Weil die Pharmaindustrie entsprechende Pillen, Tabletten, Tropfen etw.
produziert, die es eben früher nicht gab, die aber teuer in der Herstellung
sind. Naja meine Herren, von nichts kommt nichts! Ich kenne z.B. einen Fall,
ein Mittfünfziger mit einer schlimmen Krankheit kann nur noch leben mit
Tabletten, die 2 5OO Euro monatlich kosten. So ist der Stand der Dinge, und
morgen können S i e diese medizinische Zuwendung brauchen und erwarten
Hilfe vom „sozialen Netz" aber die Spannweite des Netzes ist beschränkt,
also müssen wir alle mehr in diese Kasse einzahlen.
Klaro? –
Auch die Ärzte sind gebunden an Auflagen ihres „Arbeitgebers" der
Krankenkasse. Sie müssen für dies und jenes Geld vom Patienten fordern, Geld,
das früher -zu anderen Zeiten - die Krankenkasse zahlte, Spielt der Arzt hier
den hilfreichen Samariter und zahlt aus der eigenen Kasse, wird er für dieses
Handeln von der Kasse „bestraft". So ist das halt, die Einen fordern eine
selbstverständliche Hilfe wie vor 5o Jahren, die Anderen haben erkannt, daß diese
Hilfe einfach nicht mehr zur Verfugung steht und daß sie selbst für ihre
Gesundheit hin und wieder zahlen müssen, so wie vorsorglich für ihre Rente, so
wie für ihre Zukunft im Beruf, so wie für ihr Auto etc.,..
Es war interessant, das Echo unter
den Stammtischfreunden zu beobachten. Der erste Sprecher war sehr ruhig
geworden, zahlte und ging. Ob er auf dem Heimweg seine Überlegungen zum Thema
Gesundheitsreform revidiert? Die anderen Freunde stimmten dem „Erklärer"
nachdenklich zu, hoben gegenseitig ihr Bierglas hoch und meinten, „sooo haben
wir manches noch nicht bedacht"
Naja, aber so ist es nun einmal und
nicht mehr zu ändern - ändern müssen wir unser Denken und Handeln - und das
nicht nur bei der Gesundheitsreform.
Also, Freunde, nichtständig „mosern", sondern die Gründe für dies und das
klar erkenne. Ich glaube, auch das ist Bürgerpflicht!
© by Christa Lischka
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