Blätter des Herbstes
Es müssen wohl die Blätter des Herbstes sein,
die teils hartnäckigen noch verbleibenden, und die fröhlich-
neugierigen, die bereits den Weg des Windes angenommen haben.
Die hartnäckig, verbleiben wollenden Blätter des Herbstes, es sind die
zuverlässigen, die, welche die Heimat schätzen und dem Unbill des
Winters gegenhalten und trotz des bereits vom Reif hauchdünn
gewordenen geschwächten Blattstengels das Vertraute schätzen.
Man wird sie brauchen im Frühling, als Wegweiser für das junge Grün.
Die fröhlich neugierigen, sie haben sich auf den Weg gemacht
um Begleiter des Windes zu sein. Sie wirbeln immer wieder an einen
neuen Ort, bedecken mit ihren bunten Farben den Boden, fordern auf,
riesige Blattberge zu bauen, um sich sachte hineinfallen zu lassen,
oder großen Schrittes über sie hinwegzuspringen.
Schau, sie zeigen uns, wie vergänglich eine Bleibe sein kann.
Rieche, sie haben sich mit dem Geruch der Erde, der Luft, der Sonne
und des Windes zusammengetan, sie lassen uns spüren, dass die, die
mit dem Wind ziehen, frohen Mutes sind.
Es müssen wohl die Blätter des Herbstes sein,
die unter der tiefstehenden Sonne die Heiterkeit des Vergänglichen
mit der Geschwindigkeit des Windes in unser Bewußtsein tragen möchten.
© by Karin Schmitz
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