Stadt Koblenz

 Stadtporträt Koblenz

 

 

Koblenz – Magnet am deutschen Eck

Am weltbekannten "Deutschen Eck", wo Rhein und Mosel ineinander fließen, liegt Koblenz, eine der schönsten Städte Deutschlands. Vor über 2000 Jahren von den Römern als "castellum apud confluentes" gegründet, blickt die Stadt auf eine ebenso lange wie wechselvolle Geschichte zurück, die ihr ein ganz eigenes Flair verleiht. Die bewaldeten Höhen von Hunsrück, Eifel und Westerwald umrahmen die Rhein-Mosel-Stadt, die heute zu den beliebtesten Senioren-Wohnorten Deutschlands zählt.

Blick auf Koblenz und das Deutsche Eck Auf den Spuren der Vergangenheit
Schon immer lebten Menschen in der Talweite von Rhein und Mosel am Fuß der Mittelgebirge: Älteste Funde datieren bis in die mittlere Steinzeit. Die Kelten siedelten hier, bevor die Römer kamen und mit der Anlage eines Erdkastells um die Zeitenwende den Grundstein für die Stadt Koblenz legten. Nach ihnen kamen die Franken und Karolinger. Im Jahre 1018 schenkte Kaiser Heinrich II. Koblenz mitsamt seinem Königshof an das Erzbistum Trier, das knapp 800 Jahre lang in Koblenz herrschen und das Bild der Koblenzer Altstadt prägen sollte. Die großen romanischen Kirchenbauten mit ihren gotischen Einbauten zeugen noch heute von dieser Epoche, in der Koblenz im Rahmen der rheinischen Hanse auch als Handelsstadt aufblühte.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Koblenz mehrfach belagert; Franzosen, Schweden und schließlich die kaiserlichen Truppen nahmen die Stadt ein. Das Bombardement des französischen Heeres, das unter Ludwig XIV. im Zuge des pfälzischen Erbfolgekrieges ins Rheinland einmarschierte, zerstörte die Stadt im Jahr 1688 zu zwei Dritteln. Bei dem ab 1689 erfolgten Wiederaufbau erhielt die Koblenzer Altstadt ihr heutiges, von barocken Bürgerhäusern geprägtes Gesicht. Erst Clemens Wenzeslaus (1768–1794), der letzte der Trierer Kurfürsten, erweiterte die Stadt in südlicher Richtung. Er ließ u. a. das Kurfürstliche Schloss (1777–1786) und das Stadttheater (1787) erbauen, beide hervorragende Beispiele eines frühen Klassizismus am Mittelrhein. Mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen ins Rheinland 1794 endete für Koblenz die Kurfürstenzeit.

Nach einer zwanzigjährigen Zugehörigkeit zu Frankreich wurde die Stadt durch das Wirken des Fürstkanzlers Metternich, eines gebürtigen Koblenzers, auf dem Wiener Kongress 1815 Preußen zuerkannt. Die Preußen bauten Koblenz in den Folgejahren (1815–1832) zu einer der stärksten Festungen Europas aus. Ab 1816 war die Stadt Hauptort eines Regierungsbezirkes, von 1822 bis 1945 dazu auch Verwaltungssitz der Rheinprovinz.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden große Teile der fast völlig zerstörten Koblenzer Altstadt mit ihren stimmungsvollen Ecken und Winkeln liebevoll restauriert. Heute ist Koblenz eine wichtige Gewerbe- und Handelsstadt, die Jahr für Jahr Tausende von Besuchern aus aller Welt anzieht.

Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten vor allem die Engländer die Schönheiten des Rheins – die Geburtsstunde des Rhein-Tourismus war gekommen. Maler und Dichter wie Lord Byron und William Turner ließen sich von der urwüchsigen Landschaft des oberen Mittelrheins mit ihren schroffen Felsen, den malerischen Ortschaften, romantischen Burgruinen und steilen Weinbergen inspirieren. Die 118 Meter über Koblenz liegende Festung Ehrenbreitstein wurde – ebenso wie der legendenumwobene Loreley-Felsen – zu einem beliebten Motiv der Maler. Begeistert sammelte man Sagen und Legenden vom Rhein. Bedeutende Persönlichkeiten, darunter Goethe, Dumas und Hugo, gaben sich der Rheinromantik hin und verherrlichten das "Gesamtkunstwerk" aus Burgenreichtum und Natur-Idylle. Nennenswerter Schöpfer der Rheinromantik ist jedoch der 1778 in Ehrenbreitstein geborene Clemens von Brentano, der mit seiner Ballade über die "Lore Lay" den Düsseldorfer Heinrich Heine zu seinem in Deutschland wohl populärsten Werk "Die Lore-Ley" inspirierte.

Als Inbegriff der Rheinromantik des 19. Jahrhunderts gilt das neugotische Schloss Stolzenfels, das der preußische König Friedrich Wilhelm IV. – auch "Romantiker auf dem Königsthron" genannt – in den Jahren 1836 bis 1842 als Sommerresidenz nach Plänen des berühmten Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel auf den Resten einer aus dem 13. Jahrhundert stammenden Burg errichten ließ.


Koblenz – Tor zum UNESCO Weltkulturerbe Mittelrheintal
Seit 2002 darf sich die Heimat der viel besungenen Loreley als "UNESCO Welterbe Kulturlandschaft oberes Mittelrheintal" in die Kette der weltweit schützenswerten Naturlandschaften einreihen. Damit sind 65 Kilometer Rheinromantik zwischen Koblenz und Bingen international offiziell geworden. Bekannt ist dieser wohl schönste Rheinabschnitt schon seit langem – genauer gesagt seit über 2000 Jahren, als im Gefolge der Römer die ersten Besucherströme den Fluss hinab reisten.

Kurfürstliches Schloss zu Koblenz In ihrer Aufnahmeentscheidung würdigte die UNESCO das Obere Mittelrheintal als Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit mit einem außergewöhnlichen Reichtum an kulturellen Zeugnissen und Assoziationen sowohl historischer wie auch künstlerischer Art. Die natürliche Ausformung der Flusslandschaft und ihre Gestaltung durch den Menschen wurden ebenso hervorgehoben wie die Bedeutung des Rheins, der seit zwei Jahrtausenden einen der wichtigsten Verkehrswege für den kulturellen Austausch zwischen der Mittelmeerregion und dem Norden Europas darstellt. Eingebettet in herrliche Weinlagen finden sich hier alte Städte, Dörfer und Burgen in bezauberndem Flair. Ein Spaziergang durch die pittoresken Gassen der Koblenzer Altstadt mit der bedeutenden Basilika St. Kastor aus dem 9. Jahrhundert, St. Florin und Liebfrauen aus dem 12. Jahrhundert und dem Deutschen Eck mit dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I. ist nicht nur eine lebendige Geschichtsstunde der besonderen Art, sondern auch eine ideale Einstimmung für eine Reise ins UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal.

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